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Fliegen in der Schwangerschaft

Nochmal so richtig Urlaub machen, bevor der Zwerg da ist! Ab in die Sonne mit dem Flieger. Grundsätzlich ist Fliegen für Schwangere nicht schädlich. Es gibt nur ein paar Punkte, die ihr berücksichtigen solltet.

  • Das größte Risiko einer Flugreise ist eine Entbindung, die unter nicht-optimalen Bedingungen stattfindet. Grundsätzlich ist es wenig ratsam, im letzten Schwangerschaftsmonat bis 7 Tage nach der Entbindung zu fliegen. Ab der 35. Schwangerschaftswoche fallen deshalb internationale Flüge und ab der 36. Woche die Inlandsflüge aus. Bei vielen Fluggesellschaften ist es erforderlich, eine Bescheinigung über den errechneten Entbindungstermin einzureichen, wenn man befördert werden will.

  • Keine Gefährdung bedeutet der Metalldetektor in der Flughafen-Sicherheitskontrolle.

  • Vielfliegerinnen sollten die relativ hohe Strahlenbelastung beachten, die in entsprechender Höhe gefährlich für das Ungeborene ist (sehr kritisch für die Hirnentwicklung zwischen der 8. und 15. Schwangerschaftswoche).

  • schon beim Buchen des Fluges sollte man sich um einen Sitzplatz bemühen, wo man entsprechende Beinfreiheit hat.

  • Der Gurt sollte soweit unter dem Bauch befestigt sein, wie möglich.

  • Sooft wie es geht aufstehen und herumlaufen, um einer Thrombose vorzubeugen.

Impfungen

Grundsätzlich gilt, dass im ersten Drittel keine Impfung erfolgen sollte. Unter besondern Umständen muss mit dem Arzt die Relation zwischen Risiko und Nutzen abgewägt werden.

Bedenkenlos sind Impfungen gegen Tetanus und Polio (Injektion). Wegen fehlender Erfahrungen mit Vorsicht zu genießen sind z.B. Impfungen gegen Diphterie, Tollwut oder Grippe.

Absolut verboten sind Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Polio (Schluckimpfung). Am besten ist es, wenn ihr Reisen in Länder vermeidet, wo das Impfen bestimmter Stoffe notwendig wäre.

Es lebe der Sport?

Sich gesund und fit zu halten, ist in der Schwangerschaft besonders wichtig. So hilft z.B. Bewegung recht gut gegen Ödeme, also Wassereinlagerungen in Armen und Beinen.
Bei vielen Frauen sorgt der Hormonhaushalt für Verstopfung. Neben korrekter Ernährung ist Bewegung wichtig, um die Verdauung in Gang zu bringen. Den kleinen Leiden in der Spätschwangerschaft, wie Rücken- und Fußschmerzen, kann ebenfalls durch gezielten Sport vorgebeugt werden. Ein sportlicher Körper ist zudem sehr viel besser auf die Anstrengungen der Geburt vorbereitet als ein untrainierter. Wenn ihr Sport betreiben wollt, ist es wichtig, eine Sportart zu wählen, die euch und eurem Kind nicht schadet.

Grundsätzlich gilt:

  • Sport sollte vor allem Spaß machen, deshalb sind all die Sportarten, die ihr bereits vor der Schwangerschaft betrieben habt, sehr gut geeignet. Idealerweise kennt ihr bereits eure Grenzen und wisst, was ihr euch zutrauen könnt und was nicht.

  • Manche Sportarten sind von vorneherein tabu, weil sie einfach eine zu große Gefährdung darstellen.

  • Mit dem Sport sollte man sofort aufhören, wenn man sich schwindelig oder extrem kurzatmig fühlt oder gar Schmerzen, Kontraktionen oder vaginale Blutungen auftreten. In ernsteren Fällen sollte daraufhin sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Jogging/Laufen:


unbedenklich, jedoch auf den Puls achten und immer ausreichend trinken! In der Spätschwangerschaft sehr belastend für die Gelenke, deshalb besser aufhören.
Schwimmen:


sehr gut, entlastet die Gelenke und trägt den schweren Körper insbesondere in den letzten Wochen der Schwangerschaft optimal
Sauna:


im ersten Drittel der Schwangerschaft Risiko von Fehlbildungen des Neuralrohrs
Tauchen:


verboten
Schnorcheln:


erlaubt
Aerobic, Fitnessgymnastik, Tanzen:

erlaubt, aber in Maßen. Wenn man aus der Puste kommt, sollte man erstmal eine Pause einlegen.
Wandern, Spazierengehen:


ideal, auch wegen der frischen Luft
Radfahren, Reiten:


besser nicht, wegen der Sturzgefahr
Skifahren:


absolut verboten. Es gibt zu viele rücksichtslose Raser und Anfänger auf den Pisten. Die Höhenluft könnte auch zum Problem werden.
Yoga/Rückentraining:


bis zur Geburt möglich, aber ohne Dehnübungen.


Zahn- und Körperpflege

Aufgrund der hormonellen Umstellung ändert sich die Beschaffenheit der Haut und/oder der Haare. Es ist also in den meisten Fällen nötig, eine komplett neue Sorte an Pflegeprodukten anzuschaffen, mit denen ihr euch etwas Gutes tun könnt. Das ist ganz besonders wichtig für Körper, Geist und Seele, denn die Veränderungen des Körpers sind zum einen beschwerlich und zum anderen ist es einfach nötig, auch mal wieder an sich zu denken, solange es noch möglich ist.

Schwangerschaftsstreifen

Die gefürchteten Schwangerschaftsstreifen sind auf die enorme Dehnung der Bauchdecke zurückzuführen und manche Frauen haben damit Probleme, andere wieder nicht. Es scheint auch viel mit der genetischen Veranlagung zu tun zu haben, ob man welche bekommt oder nicht. Sehr angenehm ist daher, wenn man sich die Zeit nimmt, mindestens einmal am Tag den Bauch mit einem angenehm duftenden Öl einzureiben. In der fortgeschrittenen Schwangerschaft kann auch mehrmaliges Einreiben erforderlich sein, weil der Bauch immer schneller wächst und mitunter stark juckt.

Beine

Die Beine einer schwangeren Frau haben ganz schön viel zu tragen. Sooft wie möglich sollte man sie hochlegen oder sich zumindest hinsetzen, damit das zunehmende Gewicht von ihnen genommen wird. Abends sollte man sich eine Einreibung mit einer wohltuenden Creme gönnen, z.B. mit Pfefferminz oder Zitrone (Bodyshop, Weleda, bellybutton). Euer Arzt oder eure Ärztin schaut bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig nach Ödemen (Wasser), die sich an den Beinen bilden können. Falls ihr darunter leidet, passen euch wahrscheinlich eure alten Schuhe nicht mehr. Schafft euch bequemes und passendes Schuhwerk an, denn auch damit pflegt ihr eure Beine.

Haut und Haar

Der veränderte Stoffwechsel in der Schwangerschaft sorgt für eine verbesserte Durchblutung und lässt die Haut rosiger erscheinen. Die an anderen Stellen nicht erwünschte Wassereinlagerung führt im Gesicht dazu, dass die Haut gestrafft wird und bestehende Fältchen verschwinden. Der Hormonschub kann die Pigmentbildung der Haut verstärken, Muttermale werden dunkler, aber auch das ist Veranlagung. Manche Schwangere haben auf dem Bauch die so genannte "linea nigra", eine dunkle Pigmentverfärbung, die bei den meisten Frauen nach der Schwangerschaft wieder verblasst. Schwangerschaft tut Haaren gut! Selten sind Haare so kraftstrotzend, glänzend und voll. Leider hält das aber auch nur bis zum Abfall des Hormonspiegels nach der Geburt: der dann auftretende starke Haarausfall sollte kein Grund zur Sorge sein. Es handelt sich dann um die Haare, die schwangerschaftsbedingt nicht ausgefallen sind. Dauerwellen und Färbungen/Strähnen am besten aufschieben, da Spuren der Chemikalien in den Körper der Mutter übergehen und zum Ungeborenen gelangen.

Zähne

Früher sagte man, dass jedes Kind einen Zahn kostet. Auch heute noch hält sich dieses Gerücht hartnäckig.
Tatsache ist, dass durch die hormonellen Veränderungen am Beginn der Schwangerschaft das Zahnfleisch stärker durchblutet und aufgelockert wird. Beim Putzen der Zähne kann schon eine mittelharte Zahnbürste das Zahnfleisch zum Bluten bringen. Auf diese Weise erhalten Bakterien einen leichten Zugang zum Körper und können eine Zahnfleischentzündung (Parodontose) hervorrufen. Zusätzlich leiden viele Schwangere gerade in den ersten Schwangerschaftswochen häufig unter Übelkeit. Das wiederholte Erbrechen greift den Zahnschmelz ebenfalls an. Diese verschiedenen Faktoren wirken sich ungünstig auf gesunde Zähne aus und können nur bekämpft werden, indem man sorgfältige Mundhygiene betreibt. Dazu gehört zum einen das sorgfältige und sachgerechte Putzen der Zähne und im Anschluss daran eine Spülung des Mundraumes zum Abtöten noch vorhandener Bakterien. Mittlerweile bieten einige Zahnärzte in ihrem Leistungskatalog Zahnprophylaxe-Sitzungen an, bei denen man wertvolle Tipps zur Pflege und Erhaltung gesunder Zähne bekommt. Dies wird von den meisten Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Begleiterscheinungen in der Frühschwangerschaft

Die erste Freude über die Schwangerschaft wird bei vielen Frauen nach kurzer Zeit durch unangenehme Begleiterscheinungen getrübt. So zum Beispiel Schwindel, Müdigkeit und Übelkeit bis zum Erbrechem. Auch wenn diese Symptome nach den ersten Wochen wieder von alleine verschwinden sind sie doch unangenehm. Wir haben für euch ein paar Tipps zusammengestellt mit denen ihr euch vielleicht ein bisschen besser fühlt.

Müdigkeit

Müde sind fast alle Frisch-Schwangere. Das kommt daher, dass die Gebärmutter durch ein Hormon "ruhiggestellt" wird um die Schwangerschaft nicht zu gefährden. Dieses Hormon wirkt aber auch auf euren ganzen Körper. Ihr seid schnell müde und erschöpft und braucht mehr Schlaf als gewöhnlich. Versucht viel an die frische Luft zu gehen, legt am Tag öfters eine kleine Ruhepause ein und schlaft nachts auseichend.

Kreislaufprobleme

Auch über Kreislaufprobleme klagen viele Frauen am Anfang ihrer Schwangerschaft. Oft wird dies durch einen niedrigen Blutdruck verursacht, der in den meisten Fällen nicht medikamentös behandelt werden muss. In der Regel reicht es aus wenn ihr für viel Bewegung (Spaziergänge) sorgt. Um den Kreislauf am Morgen in Schwung zu bringen könntet ihr vor dem Aufstehen im Bett ein bisschen Gymnastik machen (Füsse kreisen, Beine anwinkeln und strecken). Tagsüber solltet ihr es vermeiden aus der Hocke zu schnell aufzustehen. Auch wenn es schwer fällt - macht alles etwas langsamer als gewöhnlich!

Übelkeit und Erbrechen

Durch die Hormonumstellung beim Eintreten der Schwangerschaft leiden viele Schwangere auch an Übelkeit. In leichten Fällen ist es ratsam viele kleine leichte Portionen über den Tag verteilt zu essen um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Vielleicht könnt ihr euch neben euer Bett ein Glas Wasser und einen Teller mit Brot, Keksen oder ähnlichem stellen um bereits vor dem Aufstehen ein paar Bissen zu essen. Leidet ihr sehr stark unter der Übelkeit und müsst euch sogar übergeben solltet ihr auf jeden Fall euren Arzt um Rat fragen. Es gibt pflanzliche Medikamente die ihr trotz der Schwangerschaft einnehmen dürft. Und ein kleiner Trost: Bei den meisten Frauen verschwindet diese Übelkeit nach der 12. Woche so schnell wie sie wieder gekommen ist.

Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft und Stillzeit sind viele Medikamente tabu. Und ob euer Arzt jedes Medikament kennt das ihr dennoch nehmen dürft ist fraglich. Die Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie in Berlin bietet Schwangeren und Stillenden die Möglichkeit sich über die Verträglichkeit eines Medikamentes zu erkundigen. Auf der Internetseite der Beratungsstelle könnt ihr euch einen Fragebogen herunterladen den ihr dann entweder faxt oder dem ihr die Daten entnehmt die ihr am Telefon parat haben müsst. Scrollt auf der Einstiegssteite bis zum Punkt "Wann und wie erreicht man uns?" herunter. Dort findet ihr die benötigten Kontaktinfos.


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