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Wunde Brustwarzen

Tipps um wunde Brustwarzen zu vermeiden

Das wichtigste ist, dass ihr immer auf das richtige Anlegen achtet, weil dies der Hauptgrund für wunde Brustwarzen ist.
Das Baby sollte so viel Brust (Warze und Hof) wie möglich im Mund haben und den Kopf dabei nicht drehen müssen. Ohr, Schulter und Hüfte sollen hier idealer Weise eine Linie bilden. Vermeidet eurem schreienden Baby die Brust in den Mund zu stecken. Beim Schreien liegt die Zunge häufig oben am Gaumen und die Warze ist so unter der Zunge. Das kann die Brustwarze wund reiben. Das Gleiche kann passieren, wenn man die Brustwarze zwischen Zeige und Mittelfinger klemmt und die Brust "in Form" drückt, bevor das Baby danach "schnappt". Hier wäre es besser die Lippe mit dem Finger oder der Brustwarze zu berühren. Dies zeigt dem Baby auch deutlich, dass die Brust nun verfügbar ist.

Da die kleinen zu Beginn die richtige Technik beim Trinken noch nicht beherrschen, saugen sie ihre Lippen (am häufigsten aber die Oberlippe) mit ein. Dies passiert immer dann, wenn sie ihren Mund nicht weit genug öffnen. Da dies aber zu Problemen führen kann, solltet ihr die Lippen nach den ersten Schlucken einfach etwas "herausziehen".
Um die Brustwarze nicht einseitig zu beanspruchen solltet ihr die Stillpositionen immer wieder wechseln. Die 5 verschiedenen Stillpositionen findet ihr hier beschrieben.
Möglichst auf Schnuller und Flasche verzichten, da dies eine vollkommen andere Saugtechnik benötigt als das Stillen. Dies kann zu wunden Brustwarzen führen, im schlimmsten Falle zu einer Saugverwirrung. Sollte das Baby einmal von einer anderen Person gefüttert werden, sollte dies mit Löffel oder Becher geschehen. Keine Angst, bei den meisten Babys klappt das ganz gut.

Was tun, wenn trotz allem die Brustwarzen wund oder eingerissen sind?

An erster Stelle solltet ihr nach der Ursache für die wunden Brustwarzen suchen und dann gezielt etwas dagegen tun. Folgende Punkte können dabei helfen, dass die Warze schneller wieder heilt:

  • Nach dem Stillen einige Tropfen Muttermilch auf Warze und Hof verteilen und trocken lassen. Eventuell die Brust fönen. Muttermilch hilft gegen das brennende Gefühl und ist zudem entzündungshemmend (auch bei Babys wundem Po hilft es wunderbar) Gönnt der Brust viel frische Luft. Im Winter kann euch auch ein Rotlicht oder ein Fön Linderung verschaffen - im Sommer einfach Fester auf und die Sonne darauf scheinen lassen.

  • Versuche häufiger zu stillen. Klingt zwar erst einmal kontraproduktiv, aber ein nicht so hungriger Säugling wird viel ruhiger und "sanfter" an der Brust trinken. Hektisches, unruhiges Trinken ist das nicht gerade gut für die Brustwarzen.

  • Sind beide Seiten unterschiedlich betroffen, lege das Baby zuerst an der "weniger" schlimmen Seite an, damit es hier den größten Hunger stillt und den Milchspendereflex auslöst. So trinkt es an der 2. Seite nicht mehr so gierig und die Milch läuft schon viel leichter.

  • Die meisten Mütter nehmen zur Pflege der Brustwarze Lanolin (Wollfett). Es führt der Haut Feuchtigkeit zu und hält sie geschmeidig, damit es nicht zu Rissen kommt. Dünn aufgetragen wirkt es auch entzündungshemmend und gleichzeitig als Schutz beim nächsten Stillen. Sollte Wollfett alleine nicht ausreichen, kann auch eine Wund- und Heilsalbe helfen. Hierbei solltest du aber beim Arzt oder Apotheker genau nachfragen, was an der Brust genommen werden darf und ob man es vor dem Stillen abwaschen muss (was aber die Haut aber wieder stark reizen würde).

  • Als Hausmittel empfiehlt sich auch Schwarztee. Teebeutel mit nicht aromatisiertem Schwarztee aufbrühen, kurz ziehen lassen, leicht ausdrücken und lauwarm auf die Brustwarzen legen. Die Gerbsäure unterstützt die Heilung der Haut. Man kann aber auch die Teebeutel mit einer Einwegstilleinlage in den BH legen. Vor dem nächsten Stillen solltest du aber die Warzen kurz abwaschen.

  • Ein weiteres Hausmittel, das Hebammen öfter empfehlen, ist Traubenzucker oder Speisestärke (Mondamin). Allerdings ist bei Traubenzucker vorsicht geboten. Man sollte vorher ausschließen, dass es sich um einen Pilz handelt, weil Zucker die ideale Nahrung darstellt und somit die Probleme verschlimmert. Die Brustwarze mit Muttermilch anfeuchten und dann dünn Traubenzucker oder Speisestärke "aufpudern" - das fördert anscheinend die Wundheilung. Vor dem nächsten Stillen auch hier mit lauwarmen Wasser die Brustwarzen abwaschen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, lieber nicht anwenden!

  • Deine Nachsorgehebammen kann dir individuell auf dich abgestimmte Öle mischen oder homöopathische Salben und Globuli verordnen.

  • Mit Stilleinlagen aus Wolle/Seide oder Baumwolle/Seide hat sich auch schon bei vielen einiges gebessert. Seide hat ebenfalls einen günstigen Einfluss auf die Heilung und wirkt angenehm kühlend. Auch sonst sind teilweise die waschbaren Stilleinlagen besser als Einweg. Es gibt kaum etwas unangenehmeres für die Brustwarze, als ständig an dem Vlies einer feuchten Einmalstilleinlage zu kleben. Zusätzlich zu einer Stilleinlage empfehlen sowohl Hebammen als auch Stillberaterinnen die sogenannte Heilwolle.

  • Wenn ihr sämtlichen Kontakt der Warze mit Kleidung vermeiden wollt oder damit Luft an die Brustwarze kommt, könnt ihr Brustwarzenschoner, bzw. Milchauffangschalen (beides in der Apotheke erhältlich) tragen. Außerdem wird Druck durch den BH von der Brustwarze genommen.

Was tun, wenn das alles nicht hilft?

Wenn alle diese Tipps zu keiner Linderung führen, sollte beim Arzt ein Abstrich von der Brust und Babys Mund gemacht werden, um einen Pilz auszuschließen. Hier kann der Warzenhof im schlimmsten Falle einreißen und diese Wunde heilt dann nicht von alleine. Hat das Baby einen Pilz muss die Brust auf jeden Fall mitbehandelt werden. Am Besten gleich mit einer hierfür geeigneten Creme und nicht mit dem gleichen Mundgel (das am häufigsten verschrieben wird) wie für das Baby. Hier gibt es Cremes in der Apotheke, die bedenkenlos auf der Brustwarze angewendet und nicht abgewaschen werden (z.B. Nystadermcreme).

© Sandra Hanke 09/2003


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