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MADOU und das Licht der Fantasie Eine traumhafte Show für Auge und Ohren - und die Jagd nach einem Bösewicht bis zu den Sternen bietet die Madou-Planetariumsshow …
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Amazeum München, Planet Dome
Sonntag nachmittag, kurz vor 14 Uhr. Fröhlich schnatternde Kinder bevölkern den Gang vor der verschlossenen Glastüre zu den Vorführräumen des "Planet Dome". Die einen bewaffnen sich noch schnell mit einer großen Tüte Popcorn, die anderen bevorraten sich lieber mit Gummibärchen und Getränken. Vier Erwachsene bemühen sich redlich, eine Gruppe von zwanzig aufgeregten Vier- bis Achtjährigen in Schach zu halten: Jessica wird heute sieben Jahre alt und durfte ihre Freunde und deren Geschwister zur Geburtstagsparty ins Amazeum einladen.
Endlich geht die Türe auf - alles stürmt durch den langen Gang, um im hinteren Saal noch einen guten Platz zu ergattern. Hier schon die erste Überraschung: Die Sicht ist überall perfekt - egal, wo man sitzt.
Sitzen? Eigentlich die Untertreibung des Jahrhunderts für das Gefühl in diesen unendlich weichen und bequemen Polstersesseln, die man durch Knopfdruck in eine Liegeposition bringen kann, um den Blick ungestört zur Kuppeldecke richten zu können. Diese ist von Sternen übersät, während in der Mitte das Plakatmotiv prangt.
Und schon geht die Beleuchtung aus und die Show beginnt. Allen Befürchtungen besorgter Eltern zum Trotz ist weder die Dunkelheit zu durchdringend, noch der Geräuschpegel zu hoch. Dabei ist die Musik durchaus laut genug, um die Zuschauer in den Bann der Geschichte und der Songs zu ziehen.
Die Story - nachzulesen auch im Buch Madous Reise zu den tausend Sternen - entführt das Publikum zusammen mit Madou und seinen Gefährten (Lu, dem Stofflöwen, Tiktik, dem Wecker und Blinkie, der Zaubertaschenlampe) in den Weltraum, zu Sonne, Mond und Sternen. Und durch das hervorragende Zusammenspiel von Licht, Illustrationen und Bewegung, hat man als Zuschauer tatsächlich das Gefühl, mitten in den Himmel hineinzufliegen.
Etwa zum Fragestern - wo all das erfragt werden kann, was man selbst immer schon mal wissen wollte … zum Beispiel, wohin wohl all diese einzelnen Socken aus der Waschmaschine verschwinden oder warum Räuber rauben, Hosen Beine haben oder die Chinesen mit Stäbchen essen.
Und während die Reise weitergeht - zum Mond, der Madou bittet, ihm bei der Wache über die Sterne, die immer wieder verschwinden, zu helfen - sind es gleichermaßen die raumfüllende warme Stimme von Erzähler Ulrich Nöthen, die mitreißende Musik von Nena und die optischen Eindrücke, die für atemlose Spannung sorgen.
Dabei ist es kein Zeichentrickfilm, der die Geschichte von den entführten Sternen erzählt. Sondern eine Kombination aus feststehenden Bildern, Auf- und Abblendungen von Schriften und Illustrationen, Lichteffekten, Laserstrahlen, Rauch.
Diese verschiedenen Komponenten sorgen für Dynamik - selbst dort, wo für einen Moment ein Standbild die Szene beherrscht. Und sie bringen Verzauberung - aber auch das Gefühl von Furcht, wenn der böse Planet Murks (verkörpert vom Inbegriff des Schurken, dem genialen Martin Semmelrogge) auf den Plan tritt. Besonders bedrohlich wirkt dieser übrigens gerade durch die Tatsache, dass man ihn nicht sieht, sondern nur in Form von Leucht-Elementen wahrnimmt.
Doch zum Glück bringt der weitere Verlauf in Bild und Ton zunächst Trost, dann Zuversicht und schließlich die Errettung der Himmelskörper durch Madou. Welche Erleichterung! Und gleichzeitig beschleicht das Publikum ein leises Gefühl des Bedauerns, dass diese wahrhaft fantastische Show schon vorbei ist.
Ein unvergessliches Erlebnis - auch bereits für Kinder unter vier, so sie denn in der Lage sind, sich für ca. eine Stunde zu konzentrieren und keine Angst in verdunkelten Räumen haben. Empfehlenswert ist es in jedem Fall, die CD Madou und das Licht der Fantasie" vorher gehört zu haben, um sowohl die Handlung als auch die Musik so gut zu kennen, dass man sich auf die Planetariums-Show konzentrieren kann.
Insgesamt darf man also sagen, dass sich Nenas ambitioniertes Projekt, mit der Figur "Madou" ein multimediales Ereignis auf den vielfältigsten Ebenen zu schaffen, bisher ausgesprochen gelungen und erfolgreich anlässt.
Buch, CD und die bereits in zwei Städten angelaufene Planetariums-Show (noch in diesem Jahr wird außerdem Hamburg hinzukommen) sind dabei noch längst nicht alles. Auch der Sprung auf die (große oder kleine) Leinwand scheint durchaus denkbar und, wer weiß, vielleicht gibt es "Madou" sogar irgendwann als Musical oder Theater-Performance. Zu wünschen wäre es den Fans des sympathischen Kerlchens und seiner Freunde allemal!
Juli 2003 Ein Bericht von Michaela aus dem krimi-forum
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